Wenn Ihr Transformator mit einer Naturester-Isolierflüssigkeit betrieben wird, sollten Sie die Aufbereitung von Midel eN 1204 Naturester-Isolierflüssigkeit früher oder später einplanen. Nicht, weil die Flüssigkeit besonders empfindlich wäre – tatsächlich gehört sie zu den robustesten Optionen auf dem Markt –, sondern weil jede Isolierflüssigkeit im Laufe der Zeit Feuchtigkeit, gelöste Gase und Feststoffpartikel aufnimmt. Naturester bilden dabei keine Ausnahme.
Was zeichnet Midel eN 1204 aus?
Midel eN 1204 ist eine Naturester-Isolierflüssigkeit auf Basis von Rapsöl, dessen Rohstoffe überwiegend aus Mitteleuropa stammen. Diese Herkunft ist aus praktischer Sicht von Bedeutung: Immer mehr kommunale Ausschreibungen und Beschaffungsvorgaben von Energieversorgern verlangen lokal rückverfolgbare Rohstoffe, und die Lieferkette von Midel ist darauf ausgelegt, diese Anforderungen zu erfüllen.
Die Flüssigkeit wird häufig mit FR3 verglichen, dem auf Soja basierenden Naturester, den die meisten Ingenieure bereits kennen. Beide Produkte bieten ähnliche Eigenschaften – sie sind biologisch abbaubar und besitzen einen hohen Flammpunkt. Midel eN 1204 bietet jedoch deutliche Vorteile bei niedrigen Temperaturen. Sein Pourpoint liegt bei -31 °C (-24 °F) und ist damit wesentlich niedriger als bei Alternativen auf Sojabasis. Für Transformatoren, die einen kalten Winter außer Betrieb verbringen und anschließend schnell wieder in Betrieb genommen werden müssen, ist dieser Unterschied von großer Bedeutung.
Der Brennpunkt liegt über 300 °C (572 °F), wodurch die Flüssigkeit der Brandschutzklasse K zugeordnet wird. In der Praxis bedeutet dies häufig, dass Brandschutzsysteme, die bei Mineralöl erforderlich wären, vereinfacht oder sogar vollständig entfallen können. In Kombination mit der vollständigen biologischen Abbaubarkeit – zertifiziert nach OECD 301 und IEC 61039 – eignet sich Midel eN 1204 besonders für Installationen in der Nähe von Gewässern, in städtischen Gebieten oder an Standorten, an denen Umweltvorfälle schwerwiegende Folgen hätten.
Ein weiterer wichtiger Punkt: Naturester sind hygroskopisch. Sie nehmen Feuchtigkeit auf und binden sie. Das klingt zunächst nach einem Nachteil, wirkt sich jedoch positiv auf den Transformator aus. Das Wasser verbleibt überwiegend in der Flüssigkeit und gelangt nicht in die Papierisolierung. Dadurch wird deren Alterung verlangsamt und die Lebensdauer verlängert. Dies ist einer der Hauptgründe, warum Betreiber von Transformatoren mit Midel eN 1204 häufig über längere Betriebszeiten ihrer Anlagen berichten.
Midel eN 1204 ist für Leistungstransformatoren bis 400 kV zugelassen und wird zunehmend in Anlagen für erneuerbare Energien eingesetzt, insbesondere in Wind- und Solarumspannwerken, wo biologische Abbaubarkeit oft eine Standortanforderung ist. Die Flüssigkeit wurde für hermetisch geschlossene Transformatoren ohne freie Atmung entwickelt – die heute übliche Bauweise moderner Transformatoren.
Aufbereitung von Midel eN 1204 Naturester-Isolierflüssigkeit: Der Kernprozess
Die Aufbereitung von Midel eN 1204 umfasst drei wesentliche Arbeitsschritte: Entwässerung, Entgasung und Filtration. Ziel ist es, die Flüssigkeit wieder in den spezifizierten Zustand zu versetzen – ihre dielektrische Festigkeit wiederherzustellen, gelöste Gase zu entfernen und Verunreinigungen zu beseitigen, die sich während des normalen Betriebs angesammelt haben.
Besonders aufmerksam sollte der Feuchtigkeitsgehalt überwacht werden. Nach der Aufbereitung sollte er 10 g/t oder weniger betragen. Naturester können vor Erreichen der Sättigung deutlich mehr Wasser aufnehmen als Mineralöl – über 1.000 ppm –, dennoch sollte dieser Vorteil nicht überbewertet werden. Überschüssige Feuchtigkeit kann unter ungünstigen Bedingungen weiterhin in die Papierisolierung wandern und dort den Alterungsprozess beschleunigen.
Gelöste Gase liefern wertvolle Informationen über die Vorgänge im Inneren des Transformators. Nach der Aufbereitung sollte der volumetrische Gasgehalt unter 0,1 % liegen. Hinsichtlich der Feststoffverunreinigungen wird ein Gehalt von weniger als 8 g/t mechanischen Verunreinigungen sowie eine Reinheitsklasse nach ISO 4406 von –/14/12 angestrebt, die durch eine 5-Mikron-Filtration erreicht wird.
Die Aufbereitungsanlage CMM-4/7
Die CMM-4/7 ist eine mobile Multifunktionsanlage zur Aufbereitung von Isolierflüssigkeiten mit einer Viskosität von bis zu 70 cSt bei 50 °C. Midel eN 1204 liegt innerhalb dieses Bereichs, sodass die Anlage die Flüssigkeit ebenso effizient wie hochwertiges Mineralöl verarbeiten kann – ohne spezielle Anpassungen.
Die Anlage verfügt über drei Betriebsarten:
- Entgasungsmodus – automatisches Vorheizen, Erwärmung auf die Solltemperatur, Grobfiltration, Vakuumentgasung und anschließende Feinfiltration am Auslass. Durchsatz: 4 m³/h.
- Heiz- und Filtrationsmodus – Erwärmung und Filtration ohne Vakuumentgasung. Durchsatz: 7 m³/h.
- Manueller Modus – für Diagnosezwecke sowie zur Überprüfung von Pumpen, Ventilen und weiteren Komponenten.
Der praktische Vorteil dieses Mehrmodus-Konzepts besteht in seiner Flexibilität. Es ist keine unterschiedliche Ausrüstung für verschiedene Aufgaben erforderlich – stattdessen wird einfach die Betriebsart gewählt, die dem tatsächlichen Zustand der Flüssigkeit entspricht.
Flüssigkeitseigenschaften nach der Aufbereitung:
| Parameter | Spezifikation nach der Aufbereitung |
| Volumetrischer Gasgehalt | ≤ 0,1 % |
| Feuchtigkeitsgehalt | ≤ 10 g/t |
| Reinheitsklasse (ISO 4406) | –/14/12 |
| Mechanische Verunreinigungen | ≤ 8 g/t |
| Filtrationsfeinheit | 5 Mikrometer |
Wann sollte die Aufbereitung durchgeführt werden?
Die kurze Antwort lautet: Warten Sie nicht, bis ein Problem auftritt. Die Aufbereitung von Midel eN 1204 Naturester-Isolierflüssigkeit erzielt die besten Ergebnisse als geplante, datenbasierte Wartungsmaßnahme – ausgelöst durch die Ergebnisse der Analyse gelöster Gase (DGA) und die Überwachung des Feuchtigkeitsgehalts, nicht erst nach einem Fehlerfall.
Es gibt jedoch einige Situationen, in denen eine Aufbereitung praktisch unverzichtbar ist: nach der Erstinbetriebnahme, nach längeren Stillstandszeiten (insbesondere über die Wintermonate) sowie im Rahmen geplanter Wartungsstillstände. Bei Anlagen für erneuerbare Energien, bei denen der Zugang eingeschränkt ist und jedes Wartungsfenster optimal genutzt werden muss, ist die Wiederherstellung aller Flüssigkeitseigenschaften in einem einzigen Einsatz – unter Nutzung aller drei Betriebsarten der CMM-4/7 – die wirtschaftlichste Lösung.
Midel eN 1204 besitzt eine bessere Oxidationsstabilität als Naturester auf Sojabasis und bietet dadurch mehr Flexibilität bei der Wartungsplanung. Das ist jedoch kein Grund, Aufbereitungszyklen auszulassen, sondern vielmehr die Möglichkeit, sie nach Ihrem Wartungsplan und nicht nach dem Zustand des Transformators durchzuführen. Eine fachgerecht durchgeführte Aufbereitung von Midel eN 1204 verlängert sowohl die Lebensdauer der Isolierflüssigkeit als auch des Isoliersystems, das sie schützt.
Die Aufbereitung von Midel eN 1204 Naturester-Isolierflüssigkeit ist ein klar definierter Prozess mit eindeutigen Zielwerten und bewährter Technik. Die Flüssigkeit selbst – auf Rapsölbasis, brandsicher nach Klasse K, vollständig biologisch abbaubar und für kalte Klimazonen geeignet – gewinnt in Europa zunehmend an Bedeutung und wird inzwischen auch in nordamerikanischen Projekten im Bereich erneuerbare Energien verstärkt eingesetzt. Durch regelmäßige Entwässerung, Entgasung und Filtration mit der CMM-4/7 bleibt sie innerhalb der Spezifikationen, schützt Ihre Investition und gewährleistet einen zuverlässigen Betrieb des Transformators über viele Jahre.

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